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Dieser Blog befasst sich mit den Themen Innovation & Inspiration, Medien & Gesellschaft, Wohnen & Wohlfühlen, Gesundheit & Ganzheitlichkeit sowie Kultur & Musik.

Es geht um Bewusstsein, Anregung und möglichst brauchbare Erkenntnisse für einen leichteren & beschwingteren Alltag! Gute Unterhaltung!

JUL
16

Follow me!

Kürzlich habe ich gelesen, die „Financial Times" fordere – vor dem Hintergrund des Banken-Skandals „Liborgate", der seit Monaten die internationale Presse beschäftigt – „den Rücktritt der gesamten Banker-Generation, die derzeit an den Schalthebeln der Macht sitzt."

Ein Hammer-Satz, den ich so oder so ähnlich noch nie irgendwo gehört oder gelesen habe. Skandale in der Banken-Branche haben wir schon (viel zu) viele gesehen, und Rücktritte werden immer mal wieder gefordert. Aber der Zusatz „der gesamten Banker-Generation, die derzeit an den Schalthebeln der Macht sitzt" – das war erfrischend & neu, zumal von einem renommierten und vergleichsweise konservativen Blatt geäussert. Natürlich wird sich – wie immer – nur wenig ändern. Aber eine wichtige & überfällige Protest-Note wurde in Worte gefasst & publiziert, und in diesem Moment habe ich beschlossen, einen Twitter-Account zu eröffnen ... Umso mehr, als ich kurz vorher ein tolles Video der Gruppe Beirut („The Rip Tide") gesehen hatte und – was selten geschieht – sogleich dachte: Das müssen alle Freunde & Kollegen & wer auch immer sehen, das ist wie 4½ Minuten Kurz-Urlaub vor dem Bildschirm, zurücklehnen & abtauchen in eine andere Welt. Ab Minute 2:50 wird's dann richtig bunt & traumhaft schön – unbedingt anschauen, wenn Sie es noch nicht gesehen haben (übrigens auch rechts nebenan zu sehen, wo sich weitere interessante Videos finden):

http://www.youtube.com/watch?v=sX7fd8uQles

Das sind wohl Momente, wo ein Twitter-Account Sinn macht ... denke ich ... und daher werde ich das jetzt mal ausprobieren. Sie werden von mir nicht erfahren, dass ich gerade Schokoladen-Kekse gebacken oder ein super-tolles neues Handy der Firma Apfelkuchen gekauft habe. Oder gerade vom Open-Air-Kino zurückgekommen bin, wo zwar das Wetter gut, aber der Film schlecht war (oder umgekehrt). Und schon gar keine Meldungen à la „Mir geht's heute mega supi!" ...  

Aber wenn mir ein interessanter Gedanke, ein toller Satz, eine wichtige Meinung, ein gutes Video oder so ähnlich über den Weg läuft, dann kann ich Bekannte & Interessierte schnell & einfach daran teilhaben lassen. Vielleicht auch Sie, es würde mich freuen ... Daher sage ich Ihnen für dieses eine Mal: Folgen Sie mir – follow me!
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JUL
04

Werbung hat (zu) viele Gesichter

Der französische Schriftsteller & Ex-Werber Frédéric Beigbeder hat es am unverblümtesten ausgedrückt: „Behandeln Sie die Konsumenten nicht als Vollidioten, aber vergessen Sie nie, dass sie Vollidioten sind."

Konsum ist zur Ersatz-Religion geworden. Hier noch rasch ein neues Handtäschchen, da noch schnell das neuste SmartPhone – und ohne diese schicke neue Kaffee-Maschine geht gar nichts. Und hallo, was heisst hier 200 Paar Schuhe und die Hälfte davon nie getragen? Hast du diese Killer-Sandalen von Jimmy Manolo-Louboutin gesehen, was werden da die Freundinnen für Augen machen, lass uns mal reingehen & reinschlüpfen ... Irgendwo haben wir alle unseren wunden Punkt, wo uns Werbung & Verlangen einholen, auch wenn wir uns dem ganzen Konsum-Wahn noch so sehr zu entziehen versuchen. Shop till you drop, Kaufen bis zum Umfallen. Wir sehen eine weltweite Sehnsucht, sich im Konsum zu widerspiegeln als Ausdruck persönlicher Freiheit. Oft geht es nicht einmal primär darum, etwas zu besitzen, das einem gefällt – Hauptsache, der andere hat es (noch) nicht. Oder er hat es schon und man muss unbedingt nachziehen. Krise hin oder her, es wird konsumiert oder vielmehr über-konsumiert, als gäbe es kein Morgen. Nach uns die Sintflut, nach uns die Einschränkung & Genügsamkeit. Und die Werbe-Industrie tut alles dafür, den Karren auf hoher Drehzahl am Laufen zu halten. Nicht erst seit gestern. Bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde ein Kartell geschaffen, um die Lebensdauer von Glühbirnen zu begrenzen. Im Laufe der Jahrzehnte sind Bürgerinnen & Bürger immer mehr zu Konsumentinnen & Konsumenten geworden. Haben sich immer mehr Menschen im obsessiven Konsum-System verloren und käufliche Werte über andere gestellt. Ich konsumiere, also bin ich ...

In der Werbung geht es meist darum, in einem der drei folgenden Bereiche Bedürfnisse zu befriedigen oder – noch besser – zum Leben zu erwecken: Abenteuer, Status und Sicherheit. Die Werbung verkauft uns „Persönlichkeits-Verstärker", wie ich es gerne formuliere. Ein tolles Kleidungs- oder Schmuckstück, ein schicker Event, eine romantische Reise, das neuste technologische „Spielzeug", eine attraktive Kapital-Anlage, eine traumhafte Immobilie etc. Ohne das flotte Cabrio hat so manch einer das Gefühl, einen guten Teil seines Charmes eingebüsst zu haben ...

Und die Werbung arbeitet mit Hochdruck am Ausschalten der Filter, die der Mensch entwickelt hat, um bei mittlerweile über 5'000 Werbe-Impulsen täglich nicht den Verstand zu verlieren. Mit immer kreativeren Methoden, wie wir gleich noch sehen werden. Kreativität, die allerdings der herkömmlichen Werbung immer mehr abgeht ...
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JUN
20

5 Minuten & 5 Zutaten – ein Rezept fürs Leben

Meine Mutter war eine leidenschaftliche Köchin alter Schule. Es roch immer nach Apfelstrudel, Dampf-Nudeln & Rinds-Gulasch, und es stand selten keine mehrstöckige, hausgemachte Torte „Josephine" (Eigen-Kreation mit viel Rahm & Konfitüre) auf dem Tisch. Das Resultat konnte sich sehen lassen – der Aufwand weniger.

Das musste doch auch irgendwie einfacher & schneller gehen ... Und so habe ich mir schon früh überlegt, wie man Rezepte sozusagen „auf das Maximum reduzieren" kann. So dass auch Menschen mit wenig Zeit & Interesse rasch etwas Schmackhaftes & Gesundes auf den Tisch zaubern können. Und sich nicht nur von Beutel-Pasta, Tiefkühl-Pizza, Chips-Tüten & Co. ernähren müssen. Die es damals auch schon gab, wenngleich nicht in so grosser Vielfalt. Und wo so oft mehr Geschmacks-Verstärker, Farb- & Konservierungs-Stoffe als eigentliche Zutaten enthalten sind. Und so habe ich bald einmal meine eigene „Koch-Technik" entwickelt und bringe seither (fast) täglich im Handumdrehen etwas Gutes und einigermassen Gesundes auf den Tisch. In nur 5 – 10 Minuten lassen sich ganz einfach & bequem viele wunderbare Menus zubereiten. Ganz ohne komplizierte Küchen-Geräte, die vor allem zusätzlichen (Abwasch-)Aufwand bedeuten.

Kürzlich habe ich mich spontan am Vorabend einer Talk-Sendung („Comment – Kommentar zum Zeitgeschehen" auf „Schweiz 5") dazu entschlossen, einen einfachen, schnellen, guten & gesunden „Klassiker" aus meiner Sammlung preiszugeben. Einen Gemüse-Gratin, den vom 5-jährigen Kind bis zum Urgrossvater jeder sogleich nachmachen & geniessen kann. Mit lediglich 5 Zutaten & 5 Minuten Vorbereitungs-Zeit! Und vor dem Hintergrund der – für meine Verhältnisse – grossen Resonanz gebe ich an dieser Stelle auch gerne noch das schriftliche Rezept durch. Plus einige einfache Ergänzungen & Varianten des Grund-Rezepts, mit denen man für Abwechslung sorgen kann. Nachmachen ausdrücklich erwünscht!

Klar – manchmal stehe ich auch länger am Herd. Für Gäste etwa mache ich hin & wieder einen wunderbaren Risotto mit viel Zwiebeln, Pilzen, Wein & weiteren feinen Zutaten – und da hilft nun mal keine „Reduktion aufs Maximum", da muss schon ganz klassisch während einer halben Stunde eine Zutat nach der anderen in der Pfanne eingerührt werden!
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JUN
04

Sansibar oder der letzte Grund

Der Klassiker „Sansibar oder der letzte Grund" von Alfred Andersch gehörte zu meiner Schul-Zeit zur Pflicht-Lektüre – und wie bei vielen Pflicht-Lektüren hat man den Inhalt grösstenteils vergessen. Aber der Titel hat sich für immer ins Gedächtnis eingebrannt. Weil ein so schönes Wort wie „Sansibar" Fernweh wecken kann, eine Sehnsucht nach Abenteuern & fremden Welten, nach unbekannter Schönheit & wärmeren Gefilden.

Schauspieler Hugh Grant formuliert das so: „Ich kann Erfolgs-Druck nicht ausstehen. Eigentlich bin ich nur glücklich, wenn ich in den Ferien bin und der grösste Stress darin besteht, den besten Strand zu finden."

Der Sommer liegt in der Luft, die Gedanken schweifen gerne mal ab in Richtung Sand & Strand, vielleicht hat man schon konkrete Urlaubs-Pläne und zählt die Wochen bis zur Abreise. Das Reisen ist zum Hobby so vieler Menschen geworden. Man möchte ausspannen & die Batterien aufladen – aber natürlich auch etwas sehen & erleben, neue Eindrücke sammeln, Erfahrungen machen & den Horizont erweitern. Zur diesbezüglichen Inspiration kann man sich unzählige Reise- & Auswanderungs-Magazine auf (fast) allen Kanälen zu Gemüte führen. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, alles hinter sich zu lassen, den grauen Alltag in Wanne-Eickel, Bern-Bümpliz oder Wien-Schwechat, die öde Arbeit im Büro, die nervigen Kollegen, den inkompetenten Chef, das schlechte Wetter mit den langen Winter-Monaten – und überhaupt einfach alles, das einen an der ersehnten Selbst-Verwirklichung hindert. Gemäss verschiedener Umfragen denkt fast die Hälfte der Menschen hin & wieder übers Auswandern nach. Bei den meisten bleibt es auch dabei – aber vor dem Fernseher, da reist man schon gerne immer mal wieder mit.

Mit den vielen Auswanderern auf der Suche nach neuen Spielplätzen, die ihnen das bieten sollen, was sie zu Hause längst nicht mehr finden: Motivation, Inspiration, bessere Berufs-Chancen & weniger Steuern. Oder aber ein besseres Klima, ein lockereres Leben, mehr Herzlichkeit & hoch dosierte Schönheit.
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MAI
20

Die tägliche Dosis Gerechtigkeit

Der Gegenpol von Gerechtigkeit ist nicht Unrecht – es ist Lebendigkeit. Das ist eine Erkenntnis, die nur langsam reift. Und nicht ohne ein gewisses Bedauern, denn Gerechtigkeit erscheint doch den meisten von uns besonders wichtig & schützenswert.

Vielleicht denken Sie öfter mal: „Hey, ich bin gut ausgebildet, kompetent, engagiert, erfahren – und trotzdem kriegen oft andere den Job, den Auftrag, die Anerkennung, das Geld, den Parkplatz in der Tiefgarage, das Lächeln von der hübschen Dame aus der Buchhaltung. Das ist nicht fair, das ist einfach nicht gerecht." Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit. Wir möchten den Täter bestraft sehen, der unser Fahrrad geklaut hat. Wir wollen, dass die Ex-Frau neben dem attraktiven neuen Mann, dem Haus & den Kindern nicht auch noch die dicken Alimente kassiert. Es ist schwer erträglich, dass unfall-verursachende Autofahrer trotz schrecklicher Folgen oft mit lächerlich geringen Strafen davonkommen. Wir wollen Gerechtigkeit. Aber Recht ist nicht Gerechtigkeit – es sei denn, die Auseinandersetzung findet am Nachmittag auf dem Bildschirm statt.

Zwar hat „Richterin Barbara Salesch" mittlerweile ihre Brille abgenommen und die Gerichtsstube verlassen, um sich dem Malen & Bildhauern zu widmen. Aber in den fiktiven Gerichtssälen der Republik wird weiter fiktives Recht gesprochen – damit die geneigten Zuschauerinnen & Zuschauer ihre tägliche Dosis fiktive Gerechtigkeit bekommen. Schauen wir uns diese erfundenen Gerichts-Dramen, diese inszenierte Realität einmal etwas genauer an.

Denn wie heisst es so schön: Im Show Business geht es darum, wahrhaftig zu sein. Wer das vortäuschen kann, hat es geschafft.
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MAI
08

Kreative Zeit-Verschwendung

Albert Einstein hat es wahrscheinlich am schönsten ausgedrückt: „Kreativität ist der Bodensatz verschwendeter Zeit."

Einstein weiter auf die Frage, was jemanden wie ihn vom „Durchschnitts-Menschen" unterscheide: „Ein normaler Mensch, der eine Nadel in einem Heuhaufen finden soll, beendet die Suche, wenn er die Nadel gefunden hat. Ich hingegen würde den ganzen Heuhaufen durchwühlen, um nach sämtlichen möglicherweise darin verborgenen Nadeln zu suchen." Und Thomas Alva Edison, der die Glühbirne zwar nicht erfunden, aber entscheidend weiterentwickelt & vermarktet hat, „kannte 9'000 Arten, wie eine Glühbirne nicht funktioniert." Kein Wunder, definierte er Schöpfer-Kraft als 1% Inspiration und 99% Transpiration. Sind also Fleiss & Schweiss der Schlüssel zum kreativen Erfolg?

Auch – aber grundsätzlich einmal verfügt jeder Mensch über kreatives Potential. Kreativ zu sein heisst vor allem, ungewohnt zu denken & zu handeln. Wissen & Erfahrungen ein Stück weit beiseite zu schieben und neue (Denk-)Wege einzuschlagen. Das wird nicht jedem im gleichen Ausmass gelingen – aber jeder Mensch kann seine Fähigkeit verbessern, Wissen aus unterschiedlichen Bereichen so zu verknüpfen, dass neue Lösungen entstehen. Schauen wir uns einmal ein bisschen genauer an, wie wir den kreativen Schaffens-Prozess begünstigen & beschleunigen können.

Denn wie heisst es so schön: Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
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APR
24

Intelligenz – vererbt oder geschickt „getunt“?

„Ist das Problem unserer Zeit mangelndes Wissen oder fehlendes Interesse?" fragt der eine. „Weiss ich nicht. Ist mir auch egal", meint der andere. Ein zeitloser Witz aus den 80er Jahren ...

Aber eben mehr als nur ein Witz, öffnet sich doch dahinter die Frage, in welchem Ausmass Interesse, Wissens-Durst & Intelligenz der Menschen angeboren sind. Und wie viel wir selber beeinflussen können. Zumindest in Bezug auf die Intelligenz scheinen sich die Forscher weltweit ziemlich einig zu sein, sind doch in jüngerer Vergangenheit neue Studien & Bücher zu diesem Thema erschienen. Demnach ist die Intelligenz zu durchschnittlich 75% angeboren. In einem lesenswerten neuen Buch schildert etwa der ehemalige Feuilleton-Chef der deutschen „Zeit", Journalist & Autor Dieter E. Zimmer, rund 100 Jahre Forschung zum Thema menschliche Intelligenz („Ist Intelligenz erblich? Eine Klarstellung"). Und er lässt keinen Zweifel an den jüngsten Erkenntnissen der Wissenschaft. Auch wenn nicht jede(r) von diesem hohen Grad der genetischen Begünstigung bzw. Benachteiligung sowie dem eher mässigen Einfluss der Erziehung begeistert ist. Darüber hinaus beginnt unser Gehirn bereits ab dem 22. Lebensjahr langsam abzubauen – pro Jahr etwa 1 – 1½ Prozent.

Jetzt wissen wir also, dass auch in Sachen Intelligenz die einen mit dem Silber-Löffel im Mund und die anderen mit der Plastik-Gabel im Hintern geboren werden, um es mal sehr salopp auszudrücken. Aber es bleibt immer noch ein ganz ordentlicher Spielraum, den man geschickt für sich nutzen kann.
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APR
10

(Genussvoll) essen, um zu leben – nicht leben, um zu essen

"Am Beispiel unzähliger und oft ungeniessbarer Koch-Shows ist beweisbar, dass mit nur einer geglückten Zeugung – in dem Fall war Alfred Biolek Vater aller Töpfe – Dutzende von halb gar gekochten Bastarden in die Welt gesetzt werden können. TV-Surrogate (...), wo am Ende warmes Essen ausgeteilt wird an alle, die ausser ihrer unmittelbaren Verwandtschaft niemand kennt, geschweige denn jemand einladen würde." Soweit der deutsche Autor & Journalist Michael Jürgs zur televisionären Inflation am Herd.

In einem Werbe-Spot von Dr. Oetker aus den Anfängen der Fernseh-Werbung heisst es: „Wir wissen ja: Eine Frau hat zwei Lebens-Fragen: Was soll ich anziehen? Und was soll ich kochen?" Einer dieser Lebens-Fragen ging der Schauspieler Clemens Wilmenrod ab 1953 als erster deutscher Fernseh-Koch mit „Bitte, in zehn Minuten zu Tisch" nach, assistiert von Ehefrau Erika. Er gilt u.a. als Erfinder des Toast Hawaii, einem Imbiss-Hit der 50er Jahre. Zwar tauchten später noch weitere Köche im deutschsprachigen Fernsehen auf, aber das war lange Zeit ein sehr überschaubares Grüppchen. Die inflationäre Verbreitung von TV-Köchen erfolgte erst im neuen Jahrtausend. In wenigen Jahren erhöhte sich die Anzahl verschiedener Koch-Formate von rund einem Dutzend auf über 100. Heute wird auf allen Kanälen gekocht, gebrutzelt, paniert und flambiert – und noch mehr geredet & angepriesen. Zwar wird auch über das präsentierte Menu gesprochen – aber noch lieber über die neusten Erzeugnisse der meist prominenten Gäste, sei das nun ein Film, eine TV-Sendung, eine neue CD, ein neues Buch oder was auch immer. Und nicht zu vergessen die neusten (Buch-)Erzeugnisse der TV-Köche.

Das war beim „Vater" der modernen deutschen Koch-Sendung, Alfred Biolek, noch etwas anders. Zwar bot auch er in „Alfredissimo!" (Mitte 90er Jahre bis Mitte Nuller-Jahre) seinen prominenten Gästen eine Plattform für deren Neu-Erscheinungen. Aber im Mittelpunkt stand das Geniessen. Unvergessen vor allem die häufigen Wein-Proben während der Sendung. Unvergessen, wenn Alfred Biolek wieder einen seiner geliebten Pinot Grigios öffnete und das „Mhmmmm" kein Ende nehmen wollte. Unvergessen, wenn er den Zuschauern wieder einmal klar zu machen versuchte, dass Geschmack sehr viel mit Erinnern zu tun hat: „...nicht nur beim Wein, liebe Zuschauerinnen & Zuschauer, nicht nur beim Wein..." Und dann gab er sich kurz einer kleinen Erinnerung hin.
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MäR
27

Misery Bear & der Frühlings-Blues

 „Ich habe immer auf jemanden gewartet, der mein Leben in Ordnung bringt. Aber so jemand ist nie gekommen." So beklagte sich eine der Figuren in der amerikanischen Fernseh-Serie „Desperate Housewives". Und manch ein Zuschauer hat wohl innerlich genickt und an sein eigenes Leben, an seine eigene Abfolge von Krisen & Katastrophen gedacht.

„Halt!" werden jetzt Lebens-Berater, Motivations-Coaches, Psychologen, Esoteriker und zahllose Ratgeber-Bücher jeglicher Couleur schreien. „Man kann sich nur selber helfen, man muss bei sich selber anfangen, man muss die eigene Einstellung ändern & positiv(er) denken & handeln ..." So oder so ähnlich verlangt es der herrschende Zeitgeist, jede & jeder ist für sich selbst und sein Schicksal verantwortlich. Auf dass durch positives Denken, Fühlen & Handeln die richtigen Menschen, Sachen & Ereignisse „angezogen" werden. Und sich so Schritt für Schritt ein Leben ganz nach den eigenen Wünschen & Vorstellungen manifestiert. Und gerade im Frühling, wo die Tage länger & wärmer werden und die Lebensgeister neu erwachen, müsse einem das doch besonders leicht fallen ...

Nein, tut es eben vielen Menschen nicht. Denn gerade der Frühling ist eine besonders heikle Zeit für Menschen mit Kummer & Frust, Burnout & Depressionen.

Vereinfacht gesagt sind die innere und die äussere Welt im kalten, grauen Winter einigermassen deckungsgleich. Wenn aber im Frühling alles zu neuem Leben erblüht, öffnet sich die „Schere" zwischen innerer und äusserer Welt, und es wird immer schwieriger, innerlich mit den positiven Veränderungen draussen Schritt zu halten.

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MäR
16

Der Boss & die Bosse

Er hat in den 70er und 80er Jahren die untere Mittelschicht Amerikas und die Schicht darunter musikalisch verewigt: Bruce Springsteen oder – schon damals – „der Boss". Aufmüpfiger denn je kritisiert der Boss heute die Bosse weltweit: Auf seiner neuen CD „Wrecking Ball" (Abrissbirne) und der am Wochenende beginnenden Tour wettert er gegen unfähige, gierige und korrupte Politiker, Finanz- und Industrie-Manager.

Schon im Vorfeld der Tour, die den mittlerweile 62-Jährigen im (Früh-)Sommer auch nach Europa führen wird, prangerte der Boss in diversen Interviews soziale Ungerechtigkeiten an und wetterte kräftig gegen die Raffgierigen, Unfähigen und Korrupten dieser Welt. Er will wachrütteln und auf Misstände aller Art und die immer grösser werdende Kluft zwischen Arm & Reich aufmerksam machen – und schreckt dabei auch nicht vor heiklen Themen wie etwa der Kirche zurück. Viele Menschen haben sich bekanntlich weitgehend in ihre kleine, überschaubare Welt mit Familie, Freunden & Bekannten zurückgezogen – die Welt da draussen ist ihnen zu schnell, zu globalisiert & komplex, zu unberechenbar & korrupt geworden. „Rückzug ins Privat-Voyeuristische" nenne ich das gerne, bleibt doch nach dem Rückzug ins eigene „Gärtchen" viel Zeit fürs gemütliche Fernsehen. Diese Menschen will Bruce Springsteen wachrütteln und ihnen zurufen: „Es geht auch Euch an! Es liegt auch in Euren Händen, Euch zu engagieren und etwas an den aktuellen Umständen zu ändern."

Ein Kollege, der im Urlaub gerne mit einem alten Range Rover unwegsames Gelände erkundet, sagte kürzlich etwas resigniert zu mir: „Für mich sind die meisten Politiker wie Sand-Pneus: Schwabbelig & schwammig, kein Saft & keine Kraft, kein Profil – und eiern nur so im Zeugs rum ..." Man würde gerne widersprechen, denn schliesslich sollten sich Politiker für bessere Rahmenbedingungen für eine lebenswertere Gesellschaft einsetzen.
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