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Klartext über Schul-Medizin, Alternativ-Medizin & Quanten-Quatsch

Klassische Schul-Medizin – oder doch lieber eine der vielen alternativen Heil-Methoden? Oder vielleicht gleich die angesagte „Quanten-Heilung“ ausprobieren? Ja wie denn, wo denn, was denn? Viele verunsicherte Patientinnen & Patienten wünschen sich einfach nur die bestmögliche Behandlung ihrer jeweiligen Beschwerden. Aber wer hat noch den Überblick im dichten Gesundheits-Dschungel?

Dieser Artikel wird Ihnen einiges an Klarheit verschaffen.

Ich steige ein mit einer kleinen persönlichen Anekdote: Mein Vater Freddy (Leser/innen meines Blogs kennen ihn schon aus anderen Artikeln …) ist seit Jahren schwer dement und braucht Hilfe für praktisch alles. Er ist pflegebedürftig, inkontinent, kann schon lange nicht mehr sprechen oder sich auch nur selber etwas zum Essen oder Trinken greifen, das in Reichweite bereit steht. Nur gehen kann er noch alleine – ins Irgendwo und leider nicht mehr zurück. Ich bin regelmässig bei ihm, er erkennt mich auch noch, obschon ich natürlich nicht weiss, ob er mich noch richtig einordnen kann. Weder mein Name noch der Name meiner Schwester oder jener seiner verstorbenen Frau rufen spürbare Reaktionen hervor. Ich spreche auch regelmässig mit meinem Vater und erzähle ihm, was so passiert. Und ermutige ihn, ein bisschen zu reagieren, „ja“ oder „nein“ zu sagen, auch wenn das kaum noch Sinn macht. Aber erstaunlicherweise gibt es ein allerletztes „Zauber-Wort“, das auch heute noch irgendwie bei ihm ankommt. Es lautet „Dr. Böni“!

Dr. Böni ist der langjährige Hausarzt meines Vaters, seit mehr als 30 Jahren (der Name ist echt, aber gewiss keine Werbung, denn Dr. Böni nimmt schon seit Jahren keine neuen Patienten mehr …). Wenn ich diesen Namen erwähne, huscht ein leises Lächeln über das Gesicht meines Vaters. Und wenn wir zusammen die Praxis betreten, lacht er wie ein kleiner Lausbub … es ist immer wieder schön zu sehen. Es ist fast ein bisschen wie eine kleine Zeit-Reise zurück in längst vergangene Zeiten & Welten …

Besagter Dr. Böni ist ein klassischer Schul-Mediziner – und er schätzt durchaus die Segnungen der modernen Medizin. Aber aus langjähriger Erfahrung kennt er natürlich auch die Schatten-Seiten und die Grenzen der Schul-Medizin. Und er hat eine wunderbare Erklärung für die Co-Existenz verschiedener Formen von Medizin. Er sagt:

Stellen Sie sich einfach die verschiedenen gesundheitlichen Probleme & Krankheiten als ein Alphabet von A – Z vor. Wir Schul-Mediziner können sehr gut helfen von – sagen wir mal – A – H. Von I – M können wir nicht mehr so gut helfen, und von N – Q noch schlechter, und ab R wie Rest können wir gar nichts mehr tun (ausser vielleicht noch Schmerzen lindern). Und je weniger gut wir Schul-Mediziner bei einem bestimmten Problem helfen können, desto offener müssen wir für alternative Therapien sein. Und wo wir gar nicht sinnvoll helfen können, müssen wir den Patienten ermutigen, andere Wege zu beschreiten. Andererseits müssen wir Patientinnen aber auch von unsinnigen Therapien abraten, wenn eine schul-medizinische Behandlung klar die bessere Wahl darstellt.

Amen. Amen. Schauen wir uns doch gleich mal ein paar konkrete Beispiele an.

 

Nehmen wir mal an, Sie erleiden einen Auto-Unfall, richtig übel mit Knochen-Brüchen, inneren Verletzungen und so … da schreit jeder erst einmal nach solider chirurgischer Erst-Versorgung. Da will niemand Kügelchen oder Pülverchen oder Heiler am Krankenbett – zumindest nicht in einem ersten Schritt. Da will auch der eingefleischteste Schul-Medizin-Kritiker oder Hardcore-Esoteriker erst einmal eine solide klassische Versorgung. Völlig zurecht. Im anschliessenden Genesungs-Prozess kann dann immer noch unterstützend Alternativ-Medizin eingesetzt werden …

Oder Sie erleiden einen Herz- oder Hirn-Infarkt. Ein klarer Fall für eine sofortige schul-medizinische Versorgung im nächsten Krankenhaus, denn Zeit ist nun mal Herz und Hirn, wie es so schön heisst.

Oder Sie leiden vielleicht an einer schweren bakteriellen Infektion – wahrscheinlich ist da erst einmal eine Antibiotika-Therapie angezeigt, auch heute noch, trotz aller diesbezüglichen Problematiken. Ich selber bin bis anhin selten krank gewesen, Gott sei Dank, aber mit Anfang 20 hat es mich einmal richtig umgehauen. Es fing ganz harmlos an, leichte Erkältungs-Symptome, dann stärkere Erkältungs-Symptome, anschliessend Grippe-Symptome und schliesslich eine Art Herz-Rhythmus-Störung mit immer weniger Rhythmus und immer mehr Störung. Ein eiskalter Griff ans Eingemachte. In nützlicher Umgebung fand sich glücklicherweise ein Herz-Spezialist namens Dr. Cocco. Ich dachte an Coco Chanel und einen ihrer Lebens-Partner, der an einem Herz-Infarkt gestorben war – und wie sehr sie ihn dafür gehasst hat, dass er ihr entkommen war. Ich wollte niemandem entkommen. Dr. Cocco machte ein EKG und erzählte, er komme aus Sardinien, dort sei es wie im Paradies, nur mit mehr Schlangen, und mit vielen Zecken, und hier gäbe es auch viele Zecken, das sei wohl mein Problem, man sähe zwar keine klassische Wander-Röte, aber bei meinem leichten Sonnenbrand könne man das schlecht beurteilen, wie auch immer, das sei wohl Borreliose, mittlerweile sei bereits der Herz-Muskel angegriffen, und da helfe nur noch eine sofortige Breitband-Antibiotika-Behandlung … Und ja, der Rest ist schnell erzählt, hat sehr gut angeschlagen, Antibiotika sind zweifellos auch heute noch ein Segen. Vor ihrem Siegeszug in der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind die Menschen bekanntlich reihenweise vom Stängelchen gekippt wegen Tuberkulose, Syphilis und vielem anderen mehr.

Aber Antibiotika sind natürlich auch ein anschauliches Beispiel für die Schatten-Seiten der modernen Schul-Medizin. So sehen wir uns heutzutage etwa mit immer mehr Resistenzen konfrontiert, was nicht weiter verwundert, wenn wir bereits unsere Nutztiere (fast) flächendeckend mit Antibiotika vollpumpen. Wir haben eine hochwirksame Waffe langsam, aber sicher immer stumpfer & wirkungs-schwächer gemacht.

Ein Schatten-Thema von so vielen in der modernen Schul-Medizin. Diese wirft leider riesige Schatten – es geht um sehr viel Geld, um sehr viel Macht, Einfluss & Prestige und viele unangenehme Tatsachen, die möglichst unter dem Teppich bleiben sollen. So viel wir der modernen Medizin zu verdanken haben, so viel ist auch aus dem Ruder gelaufen.

Er hatte ein schlechtes Herz, sagte Dr. Cocco über einen ungenannten Kollegen – in so mancher Beziehung …

In einem typischen 50er-Jahre-Film schmachtet Maria Schell am Krankenbett ihren Arzt alias „Gott in Weiss“ an: „Herr Doktor, ich wünsche mir eine unheilbare Krankheit – nur um ständig in Ihrer Nähe zu sein.“ Und hat damit sozusagen die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte vorweggenommen …

Ein ganz grosses Schatten-Thema der modernen Schul-Medizin ist der überschnelle Griff in die Medikamenten-Kiste. Es wird viel zu häufig mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Ein bisschen Schmerzen? Ein bisschen traurig? Ein bisschen gestresst? Ein bisschen schlaflos? Ein bisschen ausser Form geraten? Kein Problem – werfen Sie einfach rasch ein paar bunte Pillen ein, und die schöne neue Welt sieht gleich viel bunter aus. Klar, manchmal gibt es gute Gründe für Arzneimittel und selbst für eine Langzeit-Medikation. Aber sehr viel häufiger ist es hochgradig verantwortungslos, Menschen überschnell mit unnötigen Medikamenten vollzustopfen – so dass sie unter Umständen nie mehr von Schmerz-Tabletten, Beruhigungs-Mitteln oder Anti-Depressiva runterkommen. Oder haben Sie etwa Bekannte, die ihre Anti-Depressiva wieder absetzen konnten? Eben.

Und dieses „Abfüllen“ beginnt vielfach bereits im Kindes-Alter. Früher hiessen lebhafte Kinder „Zappel-Philipp“ oder so ähnlich. Heute werden gleich mal die Aufmerksamkeits-Defizit- bzw. Hyperaktivitäts-Störung ADHS diagnostiziert und entsprechende einschlägige Medikamente verordnet. Es erstaunt daher nicht, dass sich allein der Ritalin-Umsatz innerhalb von etwa 15 Jahren verzehnfacht hat. Und das ist nur das prominenteste Beispiel von vielen …

Arzt-Praxen, Laboratorien, Pharma-Unternehmen, Krankenhäuser, Pflegeheime und alle anderen Glieder in der medizinischen „Versorgungs-Kette“ sind längst ein milliarden-schweres Big Business geworden. Es geht um viel Gewinn und immer noch mehr Gewinn. Und entsprechend werden auch die Schatten der Schul-Medizin immer länger.

Fast 70% der Amerikaner nehmen – laut Mayo Clinic – ein verschreibungs-pflichtiges Medikament ein, mehr als die Hälfte sogar zwei oder mehr. Tendenz der letzten Jahrzehnte: stark steigend. Spitzenreiter sind Anti-Depressiva, Schmerz-Mittel und Antibiotika. Die Zahlen hierzulande dürften etwas tiefer sein, aber immer noch erschreckend hoch. In der westlichen Welt sind etwa 9 x mehr Menschen von verschreibungs-pflichtigen Medikamenten abhängig als von illegalen Drogen. 

Die Ärzte profitieren leider davon, dass Patientinnen & Patienten nicht gesund werden. „Sick Care is a lot more expensive than Health Care“, heisst es ganz richtig. In der Tat sollten Krankenhäuser eigentlich „Gesundheits-Häuser“ heissen. Aber leider gilt oft nicht das Erfolgs-Prinzip; und ein kranker Patient bleibt eine Geld-Quelle. Die Hälfte der modernen Medikamente könnte man aus dem Fenster werfen, meinte Physiologe Martin Henry Fischer so schön, wenn man nicht Angst um die Vögel haben müsste …

Dr. Böni meint, wenn Patienten nach einem Spital-Aufenthalt oder einer spezifischen Abklärung in seine Praxis kämen, dann nicht selten mit einem Plastik-Beutel voller Medikamente. Da müsse man als verantwortungsvoller Mediziner erst einmal „ausmisten“.

Er geht mit der Zeit und schaut öfter mal auf seinem SmartPhone Wirkstoffe & Nebenwirkungen bestimmter Medikamente nach. Wenn er mit Blick auf die Inhalt-Stoffe selber die Finger von einem bestimmten Medikament lassen würde, dann müsse es schon gute Gründe geben, es einem Patienten zu verschreiben, so Dr. Böni.

Es kann doch nicht sein, dass die Gesundheits-Kosten Jahr für Jahr weiter steigen und trotzdem so viele Menschen krank & lustlos durchs Leben schleichen. Da läuft doch etwas falsch, da läuft doch eine Menge falsch …

Psychiater, Psycho-Therapeut, Klinik-Leiter, Theologe und Bestseller-Autor Manfred Lütz bringt das Problem wie folgt auf den Punkt: „Unsere Vorfahren bauten Kathedralen, wir bauen Kliniken.“

Kliniken aller Art – von der Wiege bis zur Bahre. Und wehe, man entspricht nicht mehr dem Bild vom einigermassen gesunden & leistungsfähigen Mitglied der Gesellschaft. Auch Rentner haben heutzutage fit, selbstbestimmt, aktiv & lebenslustig zu sein – siehe Werbung für die lieben kaufkräftigen „Best Ager“, „Golden Ager“ oder „Silver Spender“, wie die Neuen Alten heute auf gut Marketing-Deutsch heissen. Vom Alter gezeichnet, krank oder gar dement – wie es halt auch so viele alte Menschen sind – geht gar nicht. Dann schnell raus aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, „unsichtbare“ Betreuung zu Hause oder ab ins nächste Pflegeheim. Und selbst das Sterben findet heute ausserhalb unseres Blickfelds statt, huch, da ist jemand gestorben, schnell abtransportieren, das kann gar nicht schnell genug gehen heutzutage …

Ich sage immer, wir leben in einer sogenannten GmbA – einer Gesellschaft mit betreutem Ableben.  

Die Menschen spüren, dass die Schul-Medizin aus dem Ruder gelaufen ist und suchen eifrig nach Ersatz. Und stehen dabei einer Vielzahl alternativer Medizin-Formen gegenüber, die ebenfalls in den riesigen, lukrativen Gesundheits-Markt drängen bzw. bereits ein schattiges, einträgliches Plätzchen gefunden haben. Wie immer, wenn etwas zu mächtig & schattig wird, entsteht ein Gegen-Trend – in diesem Fall unzählige Anbieter von Alternativ-Medizin, die aber punkto Wachstum & Gewinn emsig dem „Grossen Bruder“ Schul-Medizin nacheifern. Diese Anbieter profitieren nicht zuletzt auch davon, dass sich das Gesundheitswesen immer mehr zu einer Art „Religions-Ersatz“ entwickelt – insbesondere im alternativen Bereich.

Die Menschen suchen heute nicht nur Heilung von Krankheiten, sondern auch einen „heilvollen Zustand“. Sie möchten eine „ganzheitliche Wellness“ erleben für Körper, Geist & Seele. Sie wollen jegliche Formen innerer Leere mit Inhalt stopfen, mit Sinn, mit Wohlbefinden, mit ganzheitlichen „Rezepten fürs Leben“.

Und da stossen sie natürlich auf die offenen Arme unzähliger Anbieter. Es gibt mittlerweile so viele alternative Behandlungs-Methoden, dass längst niemand mehr wirklich den Überblick in diesem ausufernden Dschungel hat. Von Homöopathie über Pflanzliche Medizin, Ayurveda und Chinesische Medizin, Energie- und Heil-Arbeit sowie tausend anderen Therapien ist alles auf dem Markt, was das geneigte Patientinnen-Herz begehrt. Bis hin zu verschiedenen Formen sogenannter Informations-Medizin – ein durchaus interessanter medizinischer Ansatz.

Wenn Sie eine alternative Behandlungs-Methode grundsätzlich anspricht – probieren Sie es aus. Ein bisschen recherchieren und Erfahrungs-Berichte anderer einholen, kann dabei sicher nicht schaden. Sie werden schnell merken, ob Sie auf eine bestimmte Methode ansprechen oder nicht. Ob sie Ihnen gut tut oder nicht. Und Sie müssen ja nicht jede Woche etwas Neues ausprobieren …

Es gilt v.a. nach innen zu horchen – wenn sich etwas schlecht anfühlt, hat das vermutlich einen Grund. Wenn etwas nach Hokuspokus riecht, dann ist es wahrscheinlich auch Hokuspokus. Und wenn etwas tönt wie ein Mix aus Binsen-Wahrheiten & Küchen-Psychologie – dann ist es das wohl auch. Und ganz wichtig: Vermeiden Sie jegliche Form von Anbindung oder Abhängigkeit. Das gilt natürlich nicht nur für alternative Behandlungs-Methoden – aber dort ist gerade in dieser Hinsicht besondere Vorsicht geboten.

Ist nun eine Methode generell besser als die andere? Oder ist die Schul-Medizin grundsätzlich besser als alternative Behandlungs-Methoden? Nein. Aber natürlich sind gewisse Therapien in bestimmten Fällen besser als andere, wie wir eingangs gesehen haben. Denken Sie einfach an das „Alphabet“ von Dr. Böni: Finden Sie zuerst heraus, ob etwas ein klarer Fall für die Schul-Medizin ist. Und wenn ja – begeben Sie sich vertrauensvoll in engagierte schul-medizinische Hände. Und wenn nicht, gilt es beherzt weitere Überlegungen & Evaluierungen anzustellen. Und offen zu sein für alternative Behandlungs-Varianten & -Kombinationen.

Ausserdem reagieren Menschen grundsätzlich unterschiedlich auf die jeweils gleiche Therapie. Das ist auch in der Schul-Medizin so, wo ja gerne so getan wird, als würden alle Menschen (ungefähr) gleich auf ein gewisses Medikament oder eine gewisse Behandlung reagieren. Das ist natürlich keineswegs der Fall. Die völlig identische Therapie kann beim einen sehr gut anschlagen und beim anderen kaum.

Überdies wirkt eine Therapie – egal, welche – dann am besten, wenn man ihr grundsätzlich vertraut und das Gefühl hat, das ist die optimale Behandlung für mich. Dieses Vertrauen unterstützt & verstärkt die körpereigenen Selbstheilungs-Kräfte. Manche sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Placebo-Effekt. Und insbesondere bei alternativen Behandlungs-Methoden kann die eigene Einstellung zu einer bestimmten Therapie den ausschlaggebenden Faktor darstellen.

Letztlich zielen alle – ob Schul-Mediziner, Alternativ-Mediziner, Heilpraktiker, Informations-Mediziner, sogenannte Heiler und auch die Patienten selbst – wie schon seit Beginn der Menschheits-Geschichte darauf ab, die körpereigenen Selbstheilungs-Kräfte zu aktivieren. Mit ganz unterschiedlichen Methoden & Hilfsmitteln natürlich, die je nach Krankheits-Fall mehr oder weniger Sinn machen. Man kann sich die verschiedenen Methoden als „Katalysatoren“ für den Heilungs-Prozess vorstellen. Unter dem Strich geht es immer um die Aktivierung & Verstärkung der Selbstheilung.

Hat man beispielsweise einen Blinddarm-Durchbruch – setzt man besser auf den „Katalysator“ sofortige Operation (ein einleuchtendes Beispiel am heileren Ende der Schul-Medizin-Palette). Der Selbstheilungs-Prozess des Menschen würde auch ohne diesen Eingriff einsetzen, dürfte aber mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen, innert nützlicher Frist die gewünschte Wirkung zu erzielen. Genauso wenig wie irgendwelche alternativen Heil-Methoden; der Patient würde wohl schlicht & ergreifend an Dummheit sterben. Andererseits werden so viele Menschen durch tägliche Medikamenten-Cocktails dermassen benebelt & „verblödet“, dass sich ihre eigenen Selbstheilungs-Kräfte längst nicht mehr voll entfalten können. Sondern jede Menge unsinniger „Katalysatoren“ auf sie einwirken, die schädliche Prozesse & Nebenwirkungen in Gang setzen. Und damit die wichtigen Selbstheilungs-Mechanismen des Menschen wirkungsvoll schwächen oder gar aushebeln.

Alle Methoden haben ihre Stärken & Schwächen, ihre guten & schlechten Seiten. Also lieber keine Dogmas oder Ideologien im Gesundheits-Bereich – und auch sonst nicht im Leben …

Selbstheilung ist das wichtigste Gesundheits-Prinzip überhaupt. Die körpereigene Apotheke & Wellness-Oase des Menschen sozusagen. Es geht letztlich bei allen Gesundheits-Behandlungen um die Ankurbelung & Verstärkung der Selbstheilungs-Kräfte. Anders kann der Mensch gar nicht gesunden.

Nehmen wir mal an, Sie sitzen vor dem Bildschirm und schauen sich eine Sendung an, wo ein sogenannter „Heiler“ Heil-Energie auf die Zuschauerinnen & Zuschauer überträgt. Und nehmen wir überdies an, Sie sind solchen Dingen gegenüber positiv eingestellt. Dann kann eine solche „Energie-Übertragung“ durchaus eine positive Wirkung auf Sie haben. Zumindest kurzfristig.

Wobei ich persönlich das Wort „Heiler“ nicht mag, denn niemand von uns kann wirklich heilen – wir können höchstens als „Katalysatoren“ die Selbstheilungs-Kräfte anderer Menschen anregen (nicht einmal Jesus hat sich Heiler genannt – aber das nur ganz nebenbei …).

Sie können die gleiche heilsame Wirkung auch erzielen, indem Sie beispielsweise vor einem Bild Ihrer Wahl sitzen, sofern Sie an die positiven „Schwingungen“ bzw. „Energien“ dieses Bildes glauben. Oder an die heilende Wirkung eines schönen Musik-Stücks. Oder eines geliebten Fleckens Natur. Oder eines besonderen Steins. Oder der Sterne am Himmel. Völlig egal – das sind alles nur Hilfsmittel. Es geht um Ihre ganz persönliche Einstellung, um Ihr Vertrauen, Ihr Glaubens-System, Ihre Überzeugungen. Es könnte auch ein (für andere) hässliches Bild sein, wenn es auf Sie schön & heilsam wirkt. Egal. Es könnte grundsätzlich auch dieser Artikel sein – wenn Sie glauben, dass er heilende Kräfte besitzt (Lieber nicht! Aber Sie sehen, was ich meine …). Man kennt diese Reaktion längst als Placebo-Effekt (und umgekehrt als Nocebo-Effekt).

Aber es kommt noch besser: Neue medizinische Forschungen zeigen sogar leichte Placebo-Effekte bei Patienten, die wissen, dass ihnen „nur“ ein Placebo verabreicht worden ist. Selbst dann lassen sich interessanterweise vielfach positive Effekte messen.

Mit anderen Worten: Wenn sich jetzt beispielsweise nach einer virtuellen Energie-Übertragung Menschen melden, die über positive Wirkungen berichten – dann ist das alles andere als erstaunlich. Der eine oder andere glaubt immer an die eine oder andere Methode und erzielt einen – zumindest kurzfristigen – Effekt. Sofern die Antennen für die diesbezüglichen „Schwingungen“ auf Empfang stehen. Sie können also jederzeit irgendwelche Dinge auf sich wirken lassen, die Sie als heilsam empfinden. Zum Beispiel einen ganz persönlichen „Kraft-Ort“ irgendwo draussen in der Natur oder was auch immer … Es wird einen ähnlichen Effekt haben und Ihre Selbstheilungs-Kräfte in Schwung bringen, wenn Sie es ganz bewusst & präsent auf sich wirken lassen.

Oder wie Autor & TV-Produzent Julius Sharpe – wenngleich in anderem Zusammenhang – so schön sagt: "Just write any numbers in the Sudoku Boxes. It doesn't matter.“ Du kannst irgendwelche Zahlen in die Sudoku-Kästchen schreiben – es ist egal welche.

Ich selber empfehle in diesem Zusammenhang besonders die heilende Wirkung von Präsenz bzw. Meditation. Meditation ist letztlich nichts anderes als Präsenz, ein ganz natürlicher Daseins-Zustand. Seien Sie öfter mal ganz entspannt im Hier & Jetzt anstatt verspannt im Wenn & Aber!

Tauchen Sie öfter mal ein in die Präsenz, ein paar Sekunden, ein paar Minuten oder auch länger – egal, wie es gerade hinkommt. Wie es Ihnen gut tut. Man könnte es auch Meditation nennen ein natürlicher Daseins-Zustand, um den herum gerne ein grosses Tam-Tam veranstaltet wird, Business lässt schön grüssen … Nein, Sie brauchen keine spezielle Technik. Sie brauchen auch keine spezielle Anleitung, kein Fachbuch, kein Seminar. Kann man alles machen, muss man aber nicht. Sie brauchen auch keinen speziellen Ort und keine speziellen Utensilien. Sie können ja nichts falsch machen! Sie müssen einfach „nur“ zur Ruhe kommen, Denken & Fühlen sozusagen „zuklappen“ und in die Tiefen-Dimension der Gegenwart eintauchen. Sie ist immer da – egal wann und wo. Jeder kann jederzeit – bildlich gesprochen – die „Reset-Taste“ drücken, und viele Menschen empfinden es denn auch als wohltuenden Waffen-Stillstand mit sich selber. Wohltuend im Sinne von nicht mehr denken müssen, nicht mehr fühlen müssen, raus aus der Zeit und allen anderen Illusionen und einfach nur noch sein. Und wenn trotzdem Gedanken auftauchen (und das werden sie …) – kein Problem, wahrnehmen und vorüberziehen lassen wie Wolken … Mit der Zeit werden die „Wolken“ automatisch weniger …

Ein guter Anfang sind sicherlich gelegentliche Pausen zum Auftanken draussen in der Natur, Hirn „auslüften“, Pendenzen kurz ruhen lassen, Denken runterfahren und versuchen, ein bisschen Präsenz zu spüren. Es ist ja nicht so, dass wir nicht wüssten, dass die Präsenz den Dreh- & Angelpunkt unserer Existenz darstellt. Wir haben die frohe Botschaft vom „Leben im Hier & Jetzt“ und vom „Geniessen des Augenblicks“ schon so oft um die Ohren geschleudert gekriegt, dass sich längst Ermüdungs-Erscheinungen bemerkbar machen. Ist ja gut, aber nicht jetzt, wir haben gerade viel Wichtiges & Dringliches zu erledigen …

Am Morgen etwa kann ein bisschen Präsenz helfen, den Tag gelassener & zentrierter anzugehen – in jedem Anfang liegt ein Zauber, wie uns schon Goethe & Hesse und viele andere vor langer Zeit zugerufen haben …

Auch die Wissenschaft streicht heute die positiven Effekte heraus. Arzt & Glücks-Forscher Dr. Tobias Esch: „Was der gesunde Menschenverstand und die alten Kultur-Kenntnisse schon lange über Meditation lehrten, hat nun eine wissenschaftliche Basis – die neurobiologisch fundiert ist. (…) Man hat heute mit recht grossem Erfolg bei den unterschiedlichsten Personen- & Patienten-Gruppen etwa Achtsamkeits-Übungen eingeführt: Die tägliche Verabredung mit sich selbst, bei der man sich eine Weile völlig auf das Jetzt konzentriert, ist wirklich ein probates therapeutisches Mittel. Kein Wundermittel, aber es wirkt! Es lässt sich auch im Alltag praktizieren: etwa beim Genuss jeder Gabel beim Essen. Es sind die alten Regeln, die auch hirn-physiologisch Sinn ergeben: eine halbe Stunde Bewegung pro Tag, Fokus auf den Moment statt auf die Sorgen von morgen, Gemeinschaft erleben. Neurobiologisch heilsam ist beispielsweise auch das Singen, und der Chor-Besuch verbindet gleich mehrere Elemente eines gesunden Lebens-Stils.“

Stimmt. Man könnte noch weitere Tätigkeiten anfügen, die uns in verschiedener Hinsicht gut tun – Spaziergänge etwa, Natur-Genuss generell, Yoga und andere Bewegungs-Formen, Garten-Arbeit, Klettern, Tanz, Poesie, Musik hören & machen, Künste aller Art, Wellness und vieles mehr. Ganz nach persönlichem Gusto … Es gibt viele Wege einer lebendigen Verbindung mit etwas Göttlichem, Universellem.

„The real meditation“, sagt US-Mediziner & Wissenschaftler Jon Kabat-Zinn so schön, „is how you live your life“. Die wirkliche Meditation ist dein Leben.

Neuste Forschungs-Ergebnisse zeigen positive Einflüsse regelmässiger Meditation bei praktisch allen untersuchten Erkrankungen.

Es vergeht kaum eine Woche, wo man nicht wieder etwas Neues in dieser Richtung hört. Die Liste der untersuchten Krankheiten/Problematiken wird immer länger – und stets zeigen sich gewisse positive Effekte (unterschiedlich starker Ausprägung). Schul-Medizin & Wissenschaft haben längst die heilsame Wirkung von Präsenz auf unsere Gesundheit und auf unser Leben generell erkannt. Das stellt heute niemand mehr ernsthaft in Frage.

Jeder Tag ist ein Geschenk, man nennt es Gegenwart – im Englischen ein kleines Wortspiel: „Every day is a gift – that's why they call it the present.“

Dr. Esch weiter: „Der Glaube an eine wie auch immer geartete höhere Ordnung, auch eine optimistische Grundhaltung haben – medizinisch betrachtet – durchaus heilsame Effekte. (…) Wer irgendeine Ordnung der Dinge ausmachen kann, in der er ein Teilchen, ein Rädchen ist, lebt oft gesünder, eventuell auch länger, zufriedener. So ein Mensch scheint der Gegenwart oft mit einer Präsenz und Achtsamkeit zu begegnen, die jemand, der sich auf dauernder Treibjagd befindet, vielleicht nicht in dem Masse entwickelt. Eine Art von Glauben oder Zutrauen scheint ein biologisch wirksamer Schutz-Faktor zu sein.“

Präsenz/Meditation und Selbstheilung sind denn auch untrennbar miteinander verbunden – Präsenz bringt die Selbstheilung so richtig auf Touren!

Jetzt tönt aber Selbstheilung nicht so trendy, nicht so wissenschaftlich & sexy, sondern ein bisschen angestaubt & langweilig. Also her mit einem zeitgemässeren Begriff für die kaufkräftige Esoterik-Kundschaft – lasst uns guten alten Wein in neue Schläuche füllen! Das nennen wir jetzt auf gut Eso-Marketing-Deutsch einfach mal „Quanten-Heilung“!

Quanten-Heilung bezeichnet also nicht mehr und nicht weniger als die gute alte Selbstheilung.

Die Esoterik-Branche – ein Multi-Milliarden-Markt wie die Pharma-Industrie – fährt im Moment sowieso auf alle möglichen (pseudo-)wissenschaftlichen Begriffe ab, man gibt sich aufgeklärt & akademisch, denn die Wissenschaft erklärt ja mittlerweile angeblich auch die abgedrehtesten Theorien. Achten Sie einmal darauf, wie oft Ihnen heute allein der Begiff „Quanten-Irgendwas“ um die Ohren geschleudert wird (meistens von Leuten mit recht überschaubarer Ahnung…). Und das ist nur das prominenteste Beispiel von vielen.

Denn heute ist man nicht mehr religiös, sondern spirituell mit wissenschaftlichem Anstrich. Spiritualität+Wissenschaft lautet die neue Zauber-Formel in der Esoterik, und die Jünger/innen folgen in Scharen. Aber wenn wir uns den Begriff „Quanten“ ein bisschen genauer anschauen, merken wir schnell, dass es nur so wimmelt von „Quanten-Quatsch“.

Ich habe gewiss nichts gegen Quanten – grundsätzlich ein hoch interessantes Thema, das so manches Geheimnis des Lebens in sich birgt. Nur leider auch ein völlig überstrapaziertes Thema – v.a. aus der Eso-Marketing-Ecke. Um das ganze Quanten-Thema ein bisschen besser zu verstehen und einen besonders populären Irrtum aufzuklären, müssen wir ein paar fundamentale Fakten anschauen und ein bisschen zurückblicken in der Geschichte.

In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts haben Physiker wie Heisenberg, Schrödinger, Dirac und andere kluge Köpfe die Grundsteine der Quanten-Physik gelegt, wie wir sie heute kennen. Und wie sie unzähligen Errungenschaften unserer Zeit wie etwa der modernen Kommunikations-Technologie zugrunde liegt. Die Quanten-Physik bzw. Quanten-Mechanik erklärt – ganz salopp ausgedrückt – die „Welt im Kleinen“. Quanten sind sozusagen kleinste „Portionen“ der uns umgebenden Wirklichkeit. Und bereits Erwin Schrödinger und weitere Pioniere hegten vor fast 100 Jahren den Verdacht, dass Quanten Möglichkeiten bzw. Wahrscheinlichkeiten darstellen könnten, die sich durch unser Denken, Fühlen & Handeln in die eine oder andere Richtung verstärken bzw. materialisieren lassen. Beweisen konnte diese Vermutung freilich niemand bis heute – auch wenn das zugegebenermassen eine sehr reizvolle Vorstellung ist. Bis heute wird rund um den Globus emsig in diese Richtung geforscht. Und die ungemein interessante „Quanten-Frage“ wird auch künftig einen internationalen Forschungs-Schwerpunkt darstellen. Es bleibt also spannend …

Denn wir können zum heutigen Zeitpunkt wissenschaftlich keineswegs erklären, wie sich die „Welt im Kleinen“ zur „Welt im Grossen“ materialisiert bzw. wie man diese beiden „Welten“ auf Deckung bringt. Mit der „Welt im Grossen“ meine ich – wiederum ganz salopp – die Welt, die wir täglich um uns herum sehen, spüren & erleben. Die Welt, wie sie uns Isaac Newton und andere wegweisende Physiker erklärt haben. So fällt etwa ein Buch auf den Boden, wenn wir es fallen lassen. Und es fällt wieder auf den Boden, wenn wir es erneut fallen lassen. Und wieder & wieder. Die „Welt im Grossen“ erleben wir in unserem Alltag mit einer gewissen Verlässlichkeit, mit einer gewissen Berechenbarkeit, mit erfassbaren Gesetzmässigkeiten. Das alles funktioniert aber nur, wenn die Entfernungen nicht zu klein und die Geschwindigkeiten nicht zu hoch sind. Wenn wir uns also nicht etwa im Quanten-Bereich bewegen. Dann funktioniert die „Welt im Grossen“ ziemlich gut & verlässlich. Sie lässt sich aber wissenschaftlich – zumindest bis heute – nicht mit der „Welt im Kleinen“ auf Deckung bringen. Dort herrschen für unser Verständnis andere Gesetzmässigkeiten.

Dass die beiden „Welten“ natürlich in Tat & Wahrheit durchaus auf Deckung sind, beweist unser Universum, beweist unsere Umwelt, unser Körper – beweist alles rund um uns herum. Die moderne Physik kann es nur noch nicht herleiten bis heute. Die Wissenschaft hat die Quanten-Frage einfach noch nicht abschliessend geklärt (im Gegensatz zu vielen Hardcore-Esoterikern, denen selbstverständlich alles klar ist und die sich diesbezüglich selbstverständlich auf die Wissenschaft berufen …). Die Forschung prüft allerlei Ansätze, Mutmassungen & Theorien, wie man die „Welt im Kleinen“ und die „Welt im Grossen“ auf Deckung bringen könnte – und irgendwann wird man einen entscheidenden Schritt vorwärts kommen in dieser Frage. Es gibt auch immer mal wieder kleine Fortschritte zu verzeichnen – aber eben noch keinen wirklichen Durchbruch.

Dieser Durchbruch wäre nicht weniger als der „Heilige Gral“ in der Physik und weit darüber hinaus, die sogenannte „Welten-Formel“, welche die grossen Theorien in der Naturwissenschaft auf Deckung bringt, miteinander versöhnt.

Heisenberg, Einstein und viele andere haben sich vergeblich daran versucht. Unerreichbar ist die „Welten-Formel“ nicht. Bloss nicht wirklich in Sichtweite …

Es gibt immer wieder Experimente, die beweisen wollen, dass hinter der für uns erfahrbaren Realität eine feinstoffliche Welt steckt, die jegliche Materie durchdringt und den Raum transzendiert. Und dass wir Menschen über unsere feinstofflichen Felder untrennbar mit dem gesamten multi-dimensionalen Universum verbunden sind. Ein schöner, durchaus plausibler Gedanke. „The Web of Life“, das „Netz des Lebens“ sozusagen bleibt ein weites Feld für viele künftige Forschungen … Genauso wie „Dunkle Energie“, „Dunkle Materie“ und viele weitere ungeklärte Themen in der Naturwissenschaft …

Ich bin überzeugt davon, dass Wissenschaft und Spiritualität letztlich in die gleiche Richtung zielen und dasselbe wollen: Die schöpferischen Kräfte & Gesetzmässigkeiten hinter unserem Universum kennen & verstehen lernen. Wollen wir alle, aus tiefstem Herzen.

Dieser Weg muss aber nicht mit überflüssigen Wort-Hülsen für altbekannte Begriffe zugepflastert werden. Wenn Ihnen also wieder mal irgendwelche Quanten-Marketing-Floskeln um die Ohren geschleudert werden, dass es nur so klatscht, wissen Sie jetzt Bescheid. Wenn Ihnen wieder mal jemand weismachen will, dass die Wissenschaft quanten-technisch schon alles belegt & bewiesen hat, wissen Sie es jetzt besser. Man muss nicht jeden Quanten-Unsinn für bare Münze nehmen … Lassen Sie die Quanten – oder vielmehr die Selbstheilung – ganz einfach auf sich wirken!

Übrigens kennt schon der Volksmund das Quanten-Blabla – benutzt er doch das Wort „Quanten-Sprung“ seit Jahrzehnten hartnäckig falsch! Aber das ist wieder eine andere Geschichte …

Beantworten wir abschliessend noch die viel diskutierte Frage, ob auch unser Denken, Fühlen & Handeln Krankheiten auslösen bzw. verstärken kann.

Es gibt diverse interessante Untersuchungen, die einen gewissen Zusammenhang zwischen bestimmten Gefühlen und bestimmten Krankheiten nahelegen oder sogar belegen.

Nun bin ich bestimmt kein Verfechter jener Theorien, die behaupten, dass sämtliche Krankheiten ausschliesslich das Resultat unserer Gedanken, Gefühle & Handlungen sind. So weit würde ich nicht gehen. Schliesslich gibt es noch viele andere Faktoren wie Genetik, Mutationen, Ernährung, Umwelt-Gifte, Strahlen-Belastungen etc., die uns allesamt ebenfalls beeinflussen.

Aber zweifellos gibt es eine starke Wechselwirkung zwischen unseren Gedanken/Gefühlen und unserem Körper – und zwar in beide Richtungen. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Ärger (v.a. chronischer, nicht verarbeiteter) in einem gewissen Zusammenhang mit entzündlichen Krankheiten stehen kann – wie etwa dem Magen-Geschwür. Und Schuld- sowie Angst-Gefühle stehen offenbar in einem gewissen Zusammenhang mit Krebs. Ich behaupte nicht, dass diese Gefühle (alleine) auch diese Krankheiten auslösen. Man sollte Menschen nicht doppelt stigmatisieren – so nach dem Motto: Du bist nicht nur krank, sondern auch gleich noch selber schuld daran bzw. – im Eso-Slang – selbst dafür verantwortlich. Aber dass gewisse begünstigende Zusammenhänge & Wechselwirkungen existieren, lässt sich schwerlich wegdiskutieren ...

Sie können sich das etwa so vorstellen: Wenn Sie in Tschernobyl oder Fukushima durch das Reaktor-Katastrophen-Zentrum laufen (ein Extrem-Beispiel natürlich) – dann „verbrutzeln“ sie schlicht & einfach. Egal, wie sie denken, fühlen oder handeln. Starke zerstörerische Kräfte „überdecken“ andere Ebenen. Je weniger allerdings externe Faktoren unsere Gesundheit belasten, umso stärker beeinflusst uns unser „Innenleben“. Wenn Sie also an Ihrem Wohnort Agglohausen oder Hinterkaffigen zur Post schlurfen, wirken sich Ihre „seelischen Muster“ bzw. Ihr Denken, Fühlen & Handeln durchaus auf Ihren Gesundheits-Zustand und Ihr Wohlbefinden aus. Keine Frage.

Übernehmen Sie aber keine Deutungs-Hoheit für Krankheiten. Und schon gar nicht für die Krankheiten anderer.

Ein einfaches Beispiel: Brust-Krebs. Da fühlt sich so mancher berufen, die angebliche „Ursache“ zu eruieren. Für den einen Alternativ-Mediziner ist das die klare Folge eines Mutter-Konflikts (weibliche Brust = Mamma = Mutter = alles klar). Für den nächsten widerspiegelt es ein Verdrängen bzw. eine Unterdrückung von Weiblichkeit & Sexualität. Für einen anderen wiederum ist es eine Folge der Benutzung von Deos mit schädlichen Inhalt-Stoffen. Und so weiter und so fort …

Andererseits „entarten“ in unseren Körpern Tag für Tag schätzungsweise 1 Mio Zellen zu Vorstufen von Krebs-Zellen – und sie alle könnten sich theoretisch zu effektiven Krebs-Zellen entwickeln. Glücklicherweise kann unser Körper bzw. unsere Immun-Abwehr die meisten dieser Vorstufen in Schach halten … Aber man sieht, welches ungeheure „Schlachtfeld“ wir in uns tragen … Und wie wenig Sinn es vor diesem Hintergrund macht, abschliessend den „Ursprung“ einer Krankheit festnageln zu wollen. Er kann irgendwo liegen, im körperlichen und/oder mentalen bzw. emotionalen Bereich – wer weiss das schon genau … Auch wenn manche Schlüsse natürlich durchaus eine gewisse Plausibilität aufweisen. Und natürlich macht es generell Sinn, gewisse „Konflikte“ im Leben zu lösen. Um zu verhindern, dass sie grundsätzlich unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden negativ beeinflussen.

Wollen wir unserem Körper bzw. uns selber einen Gefallen machen, sollten wir unsere Gefühle fliessen lassen. Auch die quälenden, auch die schmerzhaften, auch die beschämenden. Nicht alles schön-denken, glattbügeln & unterdrücken, sondern annehmen, durchleben & fliessen lassen … und anschliessend wenn möglich wieder befreit vorwärts schauen. Es ist reichlich naiv zu glauben, man könne mit chronischem Positiv-Denken (à la "The Secret") nur noch Positives "anziehen" und das Negative aus dem eigenen Leben verbannen. Also mit anderen Worten den lieben Mitmenschen überlassen, die zu blöd oder zu faul sind, ständig positiv zu denken. In vielen Bereichen geht das nur um den hohen Preis des Verdrängens & Schön-Denkens – auf längere Sicht ein Schnitt ins eigene Fleisch. Sich selber zum dauernden Positiv-Denken zu forcieren, kann auf Dauer das pure Gegenteil bewirken. Langfristig drückt Verdrängtes in irgendeiner Form durch bzw. macht uns physisch oder psychisch krank. Unser Leben beinhaltet immer Licht und Schatten. Und wo viel Licht ist, fällt auch viel Schatten. Da braucht man nur mal an einem sonnigen Tag zum Fenster rauszuschauen! Wir müssen mutige, versöhnliche Wege finden, auch das Dunkle, Schwere, Schmerzliche in unser Leben zu integrieren und nicht einfach wegzudrücken.

Viel nachhaltiger ist eine grundsätzlich positive Lebens-Einstellung. Eine bejahende, optimistische Sicht aufs Leben – ohne das Dogma des positiven Denkens. Lassen Sie negative Gedanken & Gefühle zu, akzeptieren Sie sie als Teil von sich selbst, geben Sie ihnen einfach nicht zu viel Raum & Energie. Denn Frust, Ärger, Schmerz & Co. müssen raus, brauchen ein Ventil. Ansonsten bleibt das alles präsent in unserem „System“, in unserem Körper, in unserem Denken & Fühlen und kann uns auf Dauer physisch und/oder psychisch krank machen. Stichwort psychosomatische Erkrankungen, Schlaflosigkeit, Frust & Depressionen und anderes mehr. Das ist das wirkliche „Secret“ – ein sauberer Schnitt ins eigene Fleisch. Also lieber Energien aller Art erst einmal fliessen lassen …

Es geht vielmehr um eine positive Lebens-Einstellung jenseits von Positiv-Denken-Dogmas. Dann stehen die Chancen gut für ein beschwingtes Lebens-Gefühl!

Behandeln Sie Ihren Körper grundsätzlich aufmerksam & liebevoll – mit oder ohne Wunsch-Figur, mit oder ohne Abnutzungs-Erscheinungen & Schmerzen. Verschonen Sie ihn von ständigem Rummeckern an allen möglichen Problem-Zonen (nein, liebe Damen, Ihr Körper ist nicht eine einzige grosse Problem-Zone, sondern ein wahres Meisterwerk in so vieler Hinsicht …). Verwöhnen Sie ihn lieber öfter mal für seine langjährigen treuen Dienste. Zum Beispiel mit einem Moment der Präsenz, mit ein paar Sonnenstrahlen, mit ein bisschen Körper-Kontakt, einem entspannenden Wellness-Bad, einer kleinen Massage oder was auch immer Ihnen gut tut.

Und gönnen Sie sich auch regelmässig ein bisschen Bewegung. Fünf Stunden am Stück sitzen ist ähnlich schädlich wie ein Päckchen Zigaretten rauchen, so US-Mediziner Dr. David Agus. Er empfiehlt daher nachdrücklich, sich den ganzen Tag über immer mal wieder ein bisschen zu bewegen, auch wenn es nur ein paar Minuten sind. Eine Wohltat für den ganzen Körper und insbesondere für unsere Lymph-Bahnen und das Immun-System – und ein ganz einfacher Weg, seltener krank zu werden.

Und last but not least: Vergessen Sie nicht zu lachen! Lachen hat einen erwiesenermassen günstigen Effekt auf unseren Körper, das belegen unzählige Studien – wir tun es nur viel zu selten (Kinder lachen durchschnittlich 400 x am Tag, Erwachsene nur noch etwa 15 x). Sie haben nichts zu lachen? Meine letzten beiden Blog-Einträge bieten jede Menge Stoff für die Lach-Muskeln …

Gibt es eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden als mit Liebe und Humor, fragte schon Charles Dickens. Wohl kaum. Und als beste Ärzte empfehlen sich auch heute noch Dr. Liebe, Dr. Präsenz, Dr. Freude & Dr. Dankbarkeit.

In diesem Sinne: Ganz viel Gesundheit – und lassen Sie es sich gut gehen!

 

 

PS: In meinem Blog schreibe ich immer mal wieder
über Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden:

http://www.besser-fernsehen.ch/blog.html

 

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